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Wie wird der Winter 2020?

Meteo Schweiz sagt das Wetter der nächsten Monate voraus. Doch die Prognose hat einen Haken.

Martin Läubli
Rekordschneefall im Tessiner Dorf Bosco Gurin am 25. November 2019. (Keystone/Samuel Golay)
Rekordschneefall im Tessiner Dorf Bosco Gurin am 25. November 2019. (Keystone/Samuel Golay)

Er ist schon fast zum Ritual beim Start ins neue Jahr geworden: der meteorologische Ausblick für die kommenden Wintermonate. Föhnstürme brachten im Dezember einen extrem milden Winterbeginn. In einzelnen Föhntälern war es sogar der mildeste Dezember seit Beginn der Temperaturmessungen vor mehr als 150 Jahren, wie Meteo Schweiz berichtet.

Und glaubt man den saisonalen Prognosen von Meteo Schweiz, dann wird der Winter weiterhin mild bleiben. Diese Vorhersage wird mit einer knapp 60-prozentigen Wahrscheinlichkeit bewertet. Wer unter den Kälteempfindlichen nun frohlockt, dessen Freude wird gleichsam durch die Meteorologen getrübt. Denn die Wettervorhersage über ­mehrere Monate bleibt ein Experiment.

Begrenzte Aussagekraft

Die Meteorologen verwenden für ihre Langfristprognosen zwar Supercomputer, und es fliessen alle weltweit verfügbaren Messdaten in komplizierte Modelle, welche die Entwicklung der Ozeane und der Atmosphäre simulieren. Die Simulationen werden mehrmals unter verschiedenen physikalischen Anfangsbedingungen durchgeführt, um die Bandbreite möglicher Wetterentwicklungen vorherzusagen. Die Resultate: Mehr als grobe Trends lassen sich nicht herauslesen.

Dazu schreibt Meteo Schweiz: «Wenngleich in den letzten Jahren in der Langzeitprognostik deutliche Fortschritte erzielt worden sind, so ist die Güte solcher Vorhersagen in der Praxis nach wie vor begrenzt.» Das Wettergeschehen ist zu chaotisch. Die Modelle stellen die Realität nur vereinfacht dar. Schwierig wird es in der Schweiz mit ihrer komplizierten Topografie, die das Wetter regional und lokal beeinflusst.

So sind die saisonalen Trendschätzungen vielfach ohne grossen Wert. Man könnte ebenso eine Münze werfen. Für diesen Winter zeigen die Modelle immerhin einen Trend, der besser ist als einfaches Raten.

Die Prognosen von früher

Allerdings gibt es viele Beispiele in der Vergangenheit, die auch bei einer höheren ­Trendgüte nicht das erwartete Wetter brachten. 2006 sagten die Wettermodelle mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit einen milden Winter voraus. Die Schweiz erlebte schliesslich eine ziemlich kalte Jahreszeit. Es bleibt deshalb dabei: Das Wetter und sein Verlauf können in naher Zukunft nur auf einige Tage hinaus mehr oder weniger zuverlässig vorausgesagt werden.

Das hält aber manche Medien nicht davon ab, dennoch in die Zukunft zu blicken. So weiss das englische Boulevardblatt «Sun» heute bereits, dass dem Land einer der kältesten Winter seit 30 Jahren bevorsteht.

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