ABO+2019-07-09 10:06

«Athleten sind doch keine Idioten»

Witali Stepanow deckte den Dopingskandal um die russische Leichtathletik-Mannschaft auf. Heute lebt er mit seiner Familie an einem geheimen Ort in den USA.

Siegerpose plus Landesfahne: Für diese Erfolgsformel waren in Russland auch unerlaubte Mittel recht. Foto: Denis Sinyakov (AFP/Getty Images)

Siegerpose plus Landesfahne: Für diese Erfolgsformel waren in Russland auch unerlaubte Mittel recht. Foto: Denis Sinyakov (AFP/Getty Images)

Denken Sie manchmal, Ihre Opfer als Whistleblower seien unnütz gewesen?
Im Gegenteil. Beim Leichtathletik-Weltverband IAAF glaube ich wirklich, er versucht, dieses riesige Problem zu lösen und damit die Situation zu verbessern, also die russische Leichtathletik zu säubern.

Der Preis des Ehrlichseins ist enorm: Seit sich Julia und Witali Stepanow vor über vier Jahren entschieden, ihr Insiderwissen bezüglich der breitest dopenden russischen Leichtathletik an die Öffentlichkeit zu bringen, sind sie im eigenen Land geächtet. Das Paar – sie eine Topläuferin über 800 m, er phasenweise bei der russischen Anti-Doping-Agentur angestellt – musste Russland verlassen. Die Stepanows leben seither mit ihrem Buben Robert in den USA an einem geheimen Ort. Julia Stepanowa (33) ist seit Ablauf ihrer Dopingsperre weiter Läuferin, auch wegen mehrerer Verletzungen aber bloss noch nationale Klasse. Witali (37), der als Teenager in den USA im Austausch war und wegen des komplizierten Aufenthaltsstatus nur monateweise am Stück arbeiten darf, bewältigte jüngst den Master (Management & Leadership) innert Monaten. Das Paar befindet sich in ungewisser und diffiziler (Rechts-)Lage. Während Julia die Situation gemäss Insidern relativ gelassen nehmen könne, hadere Witali deutlich mehr. (cb)
Der Preis des Ehrlichseins ist enorm: Seit sich Julia und Witali Stepanow vor über vier Jahren entschieden, ihr Insiderwissen bezüglich der breitest dopenden russischen Leichtathletik an die Öffentlichkeit zu bringen, sind sie im eigenen Land geächtet. Das Paar – sie eine Topläuferin über 800 m, er phasenweise bei der russischen Anti-Doping-Agentur angestellt – musste Russland verlassen. Die Stepanows leben seither mit ihrem Buben Robert in den USA an einem geheimen Ort. Julia Stepanowa (33) ist seit Ablauf ihrer Dopingsperre weiter Läuferin, auch wegen mehrerer Verletzungen aber bloss noch nationale Klasse. Witali (37), der als Teenager in den USA im Austausch war und wegen des komplizierten Aufenthaltsstatus nur monateweise am Stück arbeiten darf, bewältigte jüngst den Master (Management & Leadership) innert Monaten. Das Paar befindet sich in ungewisser und diffiziler (Rechts-)Lage. Während Julia die Situation gemäss Insidern relativ gelassen nehmen könne, hadere Witali deutlich mehr. (cb)