2019-07-10 19:45

Peter Sagan – endlich wieder unwiderstehlich

Der slowakische Sprintstar gewinnt die fünfte Etappe der Tour de France überlegen. Und lässt seine Kritiker verstummen.

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Wenige Sekunden nach der Zieldurchfahrt wurde Peter Sagan bereits von einer Meute Fotografen umgarnt. Doch dieser hatte natürlich noch keine Lust auf Schnappschüsse und Gespräche mit Journalisten. Nach diesem Kraftakt gönnte sich der Slowake zuerst einmal ein Schlückchen aus der Pulle. Er hatte ihn sich verdient.

Sagan gewann die fünfte Etappe der Tour de France im Sprint des Pelotons. Doch es war kein knapper Sieg des Rad-Superstars, er dominierte die Konkurrenz auf den letzten Metern wie zu besten Tagen.

Bisher war es ja nicht die Tour von Peter Sagan. Auf der ersten Etappe wurde er im Schlussspurt knapp geschlagen, und auf dem vierten Teilstück blieb er im Sprint für einmal chancenlos. Und die Rad-Experten fragten bereits: was ist nur mit Peter Sagan los?

«Ich bin fit»

Die Antwort lieferte er nun. Dreihundert Meter vor der Ziellinie in Colmar zog er an seinen Konkurrenten vorbei, trat in die Pedalen wie ein Berserker – und rollte wenige Sekunden später überlegen als Erster über die Ziellinie. «Heute habe ich gezeigt: Es fehlt mir an nichts, ich bin fit. Mein Team hat einen super Job gemacht. Nun haben wir endlich unseren ersten Sieg», sagte Sagan nach dem Rennen.

Es war eine Etappe gemacht für die Sprinter. Ein relativ ebenes Teilstück, gespickt mit ein paar Hügelchen, aber mit einem 15 Kilometer langen flachen Schlussabschnitt. Bereits eine halbe Stunde nach dem Start in Saint-Dié-des-Vosges bildete sich eine Ausreissergruppe, bis 40 Kilometer vor dem Ziel kämpften vier Fahrer gegen das Unausweichliche. Doch das Feld und vor allem die Teams Sunweb und Bora bolzten gewaltig Tempo. Der letzte Flüchtige, der Lette Toms Skujins vom Team Trek-Segafredo, wurde 22 Kilometer vor dem Ziel geschluckt. Und am Schluss folgte die grosse Show von Peter Sagan.

Im Gesamtklassement führt weiterhin der Franzose Julian Alaphilippe 14 Sekunden vor dem Belgier Wout Van Aert. Sébastien Reichenbach ist mit rund drei Minuten Rückstand bester Schweizer in der Gesamtwertung.

tmü