2019-08-13 23:31

YBs letzte Hürde heisst Roter Stern Belgrad

Im Playoff zur Champions League treffen die Berner Young Boys auf Roter Stern Belgrad. Nach dem 1:1 im Hinspiel konnten sich die Serben auswärts beim FC Kopenhagen durchsetzen.

Greift mit seiner Mannschaft erneut nach den Sternen: YB-Trainer Gerardo Seoane.

Greift mit seiner Mannschaft erneut nach den Sternen: YB-Trainer Gerardo Seoane.

(Bild: Christian Pfander)

  • Fabian Ruch

    Fabian Ruch

Was für ein Spektakel! Der FC Kopenhagen und Roter Stern Belgrad fabrizierten am Dienstag eines der wildesten Elfmeterschiessen der Fussballgeschichte. Im Rückspiel der 3. Qualifikationsrunde zur Champions League trennten sich die Mannschaften 1:1, nachdem schon das Hinspiel in Belgrad mit diesem Resultat geendet hatte.

Im Penaltyschiessen setzte sich der Gast nach 22 Schüssen mit 7:6 durch – wobei fünf Schützen Kopenhagens und vier von Belgrad ihre Versuche teilweise kläglich verschossen!

Der Penalty-Wahnsinn von Kopenhagen. Quelle: Youtube.com

Roter Stern zu Hause stark

Das Rückspiel glich der Partie sechs Tage zuvor, als ebenfalls das Heimteam deutlich besser gewesen war. Belgrad hatte es damals verpasst, klar in Führung zu gehen und hatte den Ausgleich nach einem äusserst umstrittenen Elfmeterpfiff erhalten.

So gesehen wurde der serbische Meister am Dienstag mit dem Erfolg im Penaltydrama fürstlich entschädigt. Der FC Kopenhagen geriet zwar nach einem Treffer Richmond Boakyes früh in Rückstand, war aber danach das bessere Team, glich noch in der ersten Halbzeit durch Dame N’Doye aus und durfte nach einem Platzverweis gegen Nemanja Milunovic kurz nach der Pause lange Zeit in personeller Überzahl agieren. In der Verlängerung erhielt dann auch der eingewechselte Kopenhagener Pep Biel die zweite gelbe Karte.

Gestohlen hat Belgrad das Weiterkommen trotz glückhaftem Sieg am Dienstag nicht. Zu Hause hatte Roter Stern, unterstützt von feurigen Fans, dominant und leidenschaftlich agiert. Angeführt vom 30-jährigen Marko Marin, der einst 16 Länderspiele für Deutschland bestritten hatte und mittlerweile auf der Position des Spielgestalters agiert.

Und auch in der heimischen Liga läuft es Roter Stern, die ersten drei Partien der neuen Saison wurden gewonnen (6:0-Tore).

Auf die Young Boys wartet im Playoff, wie letztes Jahr, also ein Gegner auf Augenhöhe. «Wer jetzt noch im Wettbewerb dabei ist, verfügt über hohe Qualität», sagt YB-Trainer Gerardo Seoane. «Wir benötigen zwei Topleistungen, um uns für die Gruppenphase zu qualifizieren.» Das ist vielleicht nicht einmal notwendig. 2018 reichten zwei ordentliche, aber keineswegs erstklassige Darbietungen gegen Dinamo Zagreb zum Aufstieg in die Gruppenphase. Nach dem 1:1 in Bern siegte YB auswärts nach Rückstand nicht unbedingt zwingend 2:1, Guillaume Hoarau traf zweimal Mitte der zweiten Halbzeit. Zuerst nach einem grosszügig gepfiffenen Elfmeter, zwei Minuten später im Anschluss an einen Eckball. Und Zagreb ist eher stärker einzuschätzen als Roter Stern Belgrad.

Hinspiel in Bern

Auch diesmal werden die Young Boys am nächsten Mittwoch das Hinspiel im Stade de Suisse bestreiten. Sechs Tage später folgt die Begegnung in Belgrad (jeweils um 21 Uhr). Es gilt als kleiner Nachteil, zuerst das Heimspiel absolvieren zu müssen, aber YB hat an diese Konstellation mit der ersten Qualifikation für die Königsklasse gute Erinnerungen. Ob Torjäger Hoarau erneut dabei sein kann, ist offen. Die Young Boys hoffen, dass der Franzose wie Miralem Sulejmani nach Muskelverletzung nächste Woche wieder einsatzbereit sein wird.

26 von 32 Teilnehmern der Gruppenphase stehen übrigens bereits fest, die restlichen sechs Plätze werden im Playoff ausgespielt. Gestern schieden mit Dynamo Kiew (gegen Brügge) sowie Porto (gegen Krasnodar) überraschend zwei Favoriten zu Hause aus. Im Falle einer Qualifikation wären die Young Boys im Topf 4 und würden wohl erneut drei absolute Topclubs als Gegner haben. Wie letztes Jahr mit Manchester United, Juventus und Valencia.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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