2018-05-31 18:17

Das Aarekino folgt dem Fluss

Thun

Am Freitag startet der Vorverkauf für das 7. Aarekino in Thun. Ab 8. Juli stehen 15 Filme auf dem Programm. Mit «Follow the River» wird erstmals ein Dokfilm gezeigt – mit besonderem Bezug zur Region und zu den Veranstaltern.

Filmspass am Fluss: Bild von der letztjährigen Austragung des Thuner Aarekinos.

Filmspass am Fluss: Bild von der letztjährigen Austragung des Thuner Aarekinos.

(Bild: PD)

  • Michael Gurtner

Im letzten Sommer paddelten Rüdiger Böhm, der bei einem Unfall beide Beine verloren hatte, und sein Kollege Dominic Kläy mit dem Kajak von der Aareschlucht bis zum Meer. Dabei kamen sie auch am Restaurant Zündkapselfabrik vorbei – just in der Zeit, als dort über der Aare die grosse Leinwand für das Open-Air-Kino installiert war.

Ein Jahr später sind die beiden selber auf eben dieser Leinwand zu sehen: Zum Abschluss des 7. Aarekinos läuft am 22. Juli «Follow the River», der Film über das Abenteuer von Böhm und Kläy. «Es ist das erste Mal, dass wir einen Dokumentarfilm zeigen», sagt Melanie Mosthaf, Projektleiterin Aarekino beim organisierenden Thuner Unternehmen Transfair.

Dramatisch – und lustig

Mosthaf sieht nicht nur einen örtlichen Bezug – sondern auch eine thematische Verwandtschaft zur Sozialfirma Transfair: «Es geht in diesem und auch in anderen Filmen im Programm um Menschen mit Beeinträchtigungen, um Lebenssituationen, die nicht einfach sind. Solche Filme zu zeigen, ist uns wichtig.»

Nebst dramatischen Momenten soll es im Aarekino aber auch fröhliche Stunden geben. Mosthaf sagt: «Wir setzen bewusst wieder auf Komödien, Liebesgeschichten, Dramen.» Und auf die Neuverfilmung des Krimiklassikers «Mord im Orient-Express».

Reine Actionfilme hingegen fehlen – sie liefen laut der Projektleiterin in den Vorjahren jeweils am schlechtesten. Nebst «Follow the River» wird mit «Die letzte Pointe» ein weiterer Schweizer Film gezeigt.

Schwarze Zahlen im Vorjahr

2017 lockte das Aarekino 4249 Personen ans Flussufer – ein Rekord. «Dank der guten Belegung haben wir schwarze Zahlen erreicht», bilanziert Melanie Mosthaf. Bewährt habe sich die Reduktion der Anzahl Plätze auf der Tribüne um gut 40 auf noch gut 250 zugunsten von mehr Sitzkomfort: «Wir hatten sehr gute Rückmeldungen und behalten dies bei.»

Hinzu kommen 84 gedeckte Plätze auf der Restaurantterrasse, wo erneut ein Filmmenü angeboten wird. Neu können Tickets im Vorverkauf direkt in der Zündkapselfabrik gekauft werden (während der Öffnungszeiten von Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr). Bisher war dies nur via Telefon oder Internet möglich.

Hilfe für Hörbeeinträchtigte

Wie schon 2017 haben die Veranstalter versucht, die synchronisierten und deutschen Filme mit deutschen Untertiteln zu erhalten – vergeblich. Für Hörbeeinträchtigte stellen sie aber eine andere Hilfe zur Verfügung: Kopfhörer, über die der Ton zum Film direkt und ohne Einschränkung durch Umgebungsgeräusche zu hören ist.

Thuner Tagblatt