2017-02-04 11:39

Zum Glück ist schon bald Abstimmungssonntag

Köniz

Die Abstimmung in Köniz zur Wohninitiative light macht die Parteien nervös. Sehr nervös.

Am 12. Februar stimmt Köniz über die Wohninitiative ab.

Am 12. Februar stimmt Köniz über die Wohninitiative ab.

(Bild: Andreas Blatter)

  • Stephan Künzi

    Stephan Künzi

Die Nerven liegen blank im politischen Köniz. Schuld ist die Abstimmung vom 12. Februar, die über die Wohninitiative light entscheiden wird. Wie an­gespannt die Akteure allseits sind, war in den letzten Tagen und Wochen immer wieder zu spüren. Besonders die linken Initianten reagier­ten prompt und ungefragt, wenn sie sich vom bürgerlichen Gegenlager in die Ecke gedrängt sahen.

Das war auch am Freitag wieder so, als sie kurzfristig zum Pressetermin luden. Anlass war eine BZ-Recherche, die sich mit den Folgen der Initiative befasste. Offen zweifelte ein Immobilienexperte daran, dass sich Grossprojekte für Pensionskassen überhaupt noch lohnten.

Zu stark schmälere die Pflicht zum Bau preisgünstiger Wohnungen die Rendite – darauf erwiderten die Initianten nun: Alles falsch, auch unter den neuen Vorschriften hätte sich das Projekt gerechnet. Weil die Lightversion der Wohninitiative die tiefen Mietzinsen ja nur für einen vergleichsweise kleinen Teil der Fläche vorsehe.

Markig geisselten sie «die Angstmacherei», die sich im Artikel äussere, beklagten weiter, wie grossflächig Köniz zurzeit mit Nein-Plakaten zugepflastert sei. Apropos Klage – die Bürgerlichen sahen sich ebenfalls im Nachteil, als sie im Januar ihre Sicht der Dinge darlegten. Mit dem Schlagwort, wohnen müsse für alle erschwinglich sein, lasse sich trefflich Stimmung machen. Da habe man es selber mit den viel differenzierteren Gegenargumenten weit schwerer.

Zum Glück ist nächstes WochenendeAbstimmung. Dann wird wieder ganz normaler Politalltag einkehren. Hoffentlich – denn viel­leicht ist der Schlagabtausch be­reits ein Vorbote der anste­hen­den Wahlen. Ist dem so, werden die heftigen Debatten auf anderer Ebene weitergehen – bis im Herbst, wenn sich klärt, wer die nächsten vier Jahren politisch das Sagen hat.