2016-04-21 20:37

Thömus besänftigt den Bund

Köniz

Behörden wie Bauherr gehen von einem Durchbruch aus: Thomas Binggeli hat die Gewerbefläche verkleinert und hofft, den Bikepark in Oberried nun endlich bauen zu können.

Thomas Binggeli hat mit einer Beschwerde gegen seinen Bike-Park zu kämpfen. Nun hat die Gemeinde Köniz die Nutzfläche verkleinert.

Thomas Binggeli hat mit einer Beschwerde gegen seinen Bike-Park zu kämpfen. Nun hat die Gemeinde Köniz die Nutzfläche verkleinert.

(Bild: Andreas Blatter)

  • Stephan Künzi

    Stephan Künzi

Beide zeigten sich am Donnerstag erfreut, der Könizer Gemeindepräsident Ueli Studer (SVP) genauso wie Velounternehmer Thomas Binggeli, der Bauherr. Nach jahrelangem Hin und Her sieht es nun so aus, als ob der Bikepark in Oberried bei Niederscherli endlich Realität werden könnte. Eigentlich sollte die Anlage, auf der Binggelis Kunden verschiedene Strecken mit unterschied­licher Ausprägung meistern ­können, schon in Betrieb sein. ­Allein das Vorhaben rief Nachbarn wie Umwelt- und Landschaftsschützer gleichermassen auf den Plan.

Binggeli kam nicht umhin, sein Projekt zu verkleinern. Am Ende musste sogar das Volk die notwendige Umzonung an der Urne genehmigen, was es Anfang 2014 mit einem Ja-Anteil von 61 Prozent klar tat.So weit, so gut – wenn nicht das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) gewesen wäre. Dieses trat gut ein Jahr später auf die Bremse und führte Beschwerde gegen den Entscheid, der fürs Erste auch vom Kanton abgesegnet worden war. Es bemängelte, dass die neuen Vorschriften eine «unzulässige isolierte Kleinbauzone» schaffen würden, und hatte dabei auch den zweiten Zweck der Vorlage im Auge.

Die Umzonung sollte nämlich nicht nur den Bikepark möglich machen. Sondern auch das Velounternehmen legalisieren, das Binggeli unter dem Label Thömus auf dem elterlichen Bauernhof mitten in der Landwirtschaftszone aufgebaut hatte.

Abstriche an allen Fronten

Das ARE störte sich vor allem ­daran, dass Binggeli hier gleich zu 2500 Quadratmetern Gewerbefläche kommen sollte. Der Velo­unternehmer kündigte daher ­bereits vor Jahresfrist an, über eine kleinere Fläche zu verhandeln – und siehe da: Mit 2250 Quadratmetern scheint der Bund nun leben zu können. Das ARE stelle bei «dieser Variante den Rückzug der Beschwerde in Aussicht», so die Gemeinde am Donnerstag.

Kleine Abstriche macht Binggeli bei Veloshop und Werkstatt, etwas grössere bei Bistro, Garderoben und Schulungsraum, wie sie für den Bikepark nötig werden. Der Bikepark selber dagegen blieb diesmal in seiner Grösse ­unangetastet.

Berner Zeitung