2016-05-19 08:36

Pfaderin spurt Kindern vor

Bern

Im Dachverband für die offene Arbeit mit Kindern löst Ursina Anderegg die bisherige Präsidentin Aline Trede ab. Anderegg will die Basis wieder stärker einbeziehen.

Alte und neue?DOK-Präsidentin: Aline Trede (links) und Ursina Anderegg vor dem Chinderchübu.

Alte und neue?DOK-Präsidentin: Aline Trede (links) und Ursina Anderegg vor dem Chinderchübu.

(Bild: Urs Baumann)

  • Christoph Hämmann

    Christoph Hämmann

Freizeitangebote für Kinder, das nimmt in einer Stadt mit 140'000 Einwohnerinnen und Einwohnern schnell beeindruckende Dimensionen an: Das Programm des Dachverbands für die offene Arbeit mit Kindern in der Stadt Bern (DOK) erreichte letztes Jahr 76'312 Kinder und Begleitpersonen, und im DOK sowie in seinen sechs Vereinen wurde gemäss dem neusten Jahresbericht 7803 Stunden freiwillig gear­beitet. Ein Ehrenamt ist auch das Präsidium.

An der Mitgliederversammlung vom Mittwoch wechselte es von der grünen Alt-Nationalrätin Aline Trede zu Ursina Anderegg. Die 35-jährige Historikerin arbeitet bei der Abteilung für die Gleichstellung von Frauen und Männern an der Uni Bern und sitzt seit Januar für das Grüne Bündnis im Stadtrat, wo sie sich unter anderem in den Bereichen (Jugend-)Kultur und Stadtentwicklung engagieren will.

Interesse für das neue Amt sei auch wegen eines anderen freiwilligen Engagements vorhanden, sagt Anderegg. «Ich war lange und auf verschiedenen Verbandsebenen in der Pfadi aktiv. Deshalb bin ich mit einem ganzheitlichen Zugang zum Spielen und mit offener Arbeit mit Kindern vertraut.»

Nach «stürmischen» Jahren gelte es «Bestehendes zu schützen» und dabei der Heterogenität der DOK-Vereine und -Angebote gerecht zu werden, so Anderegg. «Das bedeutet auch, zu ermöglichen, dass der ganze Laden verstärkt von unten mitgestaltet werden kann. Ein Fokus wird zum Beispiel sein, die Zusammenarbeit mit den Vereinsvorständen vor Ort in den Quartieren zu intensivieren.»

Ihre Vorgängerin Trede übernahm vor sieben Jahren einen Betrieb, der sich gerade neue Strukturen verpassen musste – nicht zuletzt, weil Stadt und Kanton von den Leistungsempfängern im Sozialbereich professionellere Strukturen verlangten. 2009 scheiterte eine Fusion mit verwandten Institutionen, stattdessen ist der DOK-Vorstand seit 2012 ein Fachgremium und hat eine Geschäftsleiterin.

«Das waren wichtige Veränderungen, die viel neuen Schwung gebracht haben», sagt Trede. Der DOK sei «schlagkräftiger» geworden, was sich etwa vor zwei Jahren beim städtischen Sparpaket gezeigt habe, als man erfolgreich dafür kämpfte, statt 2 nur 1 Prozent des Budgets einsparen zu müssen.

An Herzblut aller Beteiligten wird es auch bei der Vorbereitung für einen der Höhepunkte im laufenden Jahr nicht fehlen: Am 25. und 26. Juni findet auf der Grossen Schanze ein grosses Spielfest statt.

Berner Zeitung