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Ein Parkplatz im Marzili

Ein Badetuch, so gross, dass ein Personenwagen darauf Platz fände: Die grüne Nationalrätin Aline Trede provoziert im berühmten Berner Freibad.

Einsam anmutend: Die grüne Nationalrätin Aline Trede auf ihrem überdimensionalen Badetuch.
Einsam anmutend: Die grüne Nationalrätin Aline Trede auf ihrem überdimensionalen Badetuch.
Martin Bürki
Imposante Kulisse für die Aktion: Ob sie wohl vom Bundeshaus aus gesehen worden ist?
Imposante Kulisse für die Aktion: Ob sie wohl vom Bundeshaus aus gesehen worden ist?
Martin Bürki
Eindrücklich auch die Sicht aus der Vogelperspektive.
Eindrücklich auch die Sicht aus der Vogelperspektive.
zvg
13 Quadratmeter gross ist das Badetuch, so gross eben wie ein üblicher Parkplatz für einen Personenwagen.
13 Quadratmeter gross ist das Badetuch, so gross eben wie ein üblicher Parkplatz für einen Personenwagen.
Martin Bürki
Und so viele Badegäste finden auf demselben Raum Platz.
Und so viele Badegäste finden auf demselben Raum Platz.
Martin Bürki
zvg
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«Die Aktion hat mir erstmals vor Augen geführt, wie gross ein Parkplatz eigentlich wirklich ist», sagt Aline Trede. Die grüne Nationalrätin hat es sich am Mittwoch im Berner Marzili auf der Liegewiese bequem gemacht – auf einem 13 Quadratmeter grossen Badetuch. «In der Schweiz gibt es zwischen acht und zehn Millionen Parkplätze, Parkhäuser und private Garagen nicht mit eingerechnet», behauptet Trede. «Und das bei rund 4,5 Millionen eingelösten Autos.»

Trede will als Co-Präsidentin des Vereins «Umverkehr» darauf aufmerksam machen, wieviel Raum dem motorisierten Individualverkehr zum Opfer fällt. «Die gefährdetsten und gleichzeitig sehr flächeneffizienten Verkehrsteilnehmer haben am wenigsten Platz», steht auf Flyern, welche sie und ihre Vereinskollegen an die Badegäste verteilten. Und weiter: «1 Parkplatz = 1 Auto = 10 Velos = 30 Tanzende».

Strassenraum fürs Volk

«Wir sagen nicht, dass es keine Parkplätze braucht», betont Kampagnenleiterin Regina Michel. «Aber gerade in der Stadt, wo der öffentliche Verkehr so gut ausgebaut ist, könnte man der Bevölkerung mehr Strassenraum zur Verfügung stellen.» In Winterthur beispielsweise wird kommenden Oktober über eine neue Parkplatzverordnung abgestimmt. Im Vorfeld werde das Badetuch deshalb dort noch zum Einsatz kommen, um für die Anliegen des Langsamverkehrs zu kämpfen.

Im Marzili hat die Aktion tatsächlich provoziert. Jedoch nicht des Badetuchs wegen, sondern weil es per Drohne bildlich festgehalten wurde. Es dauerte nicht lange, bis Reklamationen von Besuchern den Bademeister auf den Plan gerufen hatten und dieser darum bat, die Aktion einzustellen. Eine Bewilligung für die Aufnahmen lag offenbar keine vor.

«Wir haben die umliegenden Badegäste informiert», entgegnet Regina Michel. «Nur eine Person hat gemeint: ‹Ich besitze ein Auto, keinesfalls will ich auf den Bildern auftauchen!› Alle anderen fanden die Aktion sympathisch.»

Die Aktion im Internet: www.umverkehr.ch/platz.

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