2017-02-12 17:56

Augenmass ist nun gefragt

Ressortleiter Stephan Künzi über das Ja zur Wohninitiative in Köniz.

  • Stephan Künzi

    Stephan Künzi

Das klare Ja der Könize­rinnen und Könizer zur Wohninitiative light macht es deutlich: Die steigenden Mieten werden auch im ­Agglogürtel um Bern von vielen Leuten als Problem empfunden. Ungeachtet dessen, dass sie noch längst nicht jene Höhe erreicht haben wie in der Stadt selber und gerade im ländlich geprägten Köniz überraschend moderat geblieben sind.

Das Resultat des Urnengangs ist wohl auch deshalb so deutlich ausgefallen, weil der Gemeinderat der ursprüng­lichen, von der SP lancierten Initiative die Spitze gebrochen hatte. Er beschränkte die Pflicht zum Bau preisgünstiger Wohnungen auf Grossprojekte in den stadtnahen Quartieren, zeigte sich weiter flexibler in der Frage, welcher Anteil einer Siedlung dafür reserviert sein soll – und schaffte es so, breite Kreise mit an Bord zu holen.

Damit steht er nun aber auch in der Pflicht, die neuen Bestimmungen, so sie denn einmal in Kraft treten, mit Augenmass anzuwenden. Insbesondere darf er die Investoren nicht aus den Augen verlieren. Nur wenn weiterhin vernünftige Renditen möglich sind, kann Köniz wichtige Player wie die Pensionskassen bei der Stange halten. Und so verhindern, dass das Wohnungsangebot noch knapper wird, die Mieten noch stärker steigen.

Stephan Künzi. <a href="mailto:stephan.kuenzi@bernerzeitung.ch" target="_blank">stephan.kuenzi@bernerzeitung.ch</a>
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