2019-07-12 19:33

Gaffer werden mit hohen Bussen bestraft

Nach einer tödlichen Kollision auf der A1 bei Gossau wurden nun mehrere Gaffer angezeigt, die den Unfallort während des Fahrens filmten.

Mehrere Personen filmten am Mittwoch den Unfallort während des Fahrens. Video: BRK News

Mehrere Gaffer müssen mit hohen Bussen rechnen, nachdem sie einen Unfallort während des Fahrens gefilmt haben. «Wir haben ein knappes Dutzend Autofahrer zur Anzeige gebracht», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, gegenüber dem Online-Portal FM1Today.

Es geht um den tödlichen Unfall, der sich am Mittwoch auf der A1 zwischen St. Gallen-Winkeln und Gossau SG zugetragen hat. Ein Lieferwagen-Chauffeur stellte sein Fahrzeug auf dem Pannenstreifen ab, weil er keinen Treibstoff mehr hatte. Der 34-Jährige verliess daraufhin seinen Lieferwagen.

In der Zwischenzeit fuhr ein Kleinbus in Richtung Zürich, gelangte aus bislang unbekannten Gründen auf den Pannenstreifen und prallte in den verlassenen Lieferwagen. Nach dem Aufprall kippte der Kleinwagen zur Seite. Der 26-jähriger Mitfahrer verstarb beim Unfall, der 49-jährige Fahrer wurde leicht verletzt.

«Das gefährdet die Verkehrssicherheit massiv»

Ein Video zeigt, wie diverse Lenker, die an der Unfallstelle vorbei fuhren, versuchten alles mit ihren Handys zu dokumentieren. «Solch ein Verhalten und wird nicht toleriert», so Schneider. Deshalb werden die Gaffer nun für ihr Verhalten bestraft.

Wie hoch das Strafmass genau ausfallen wird, sei noch unklar. In der Regel handle sich um eine Busse von 300 Franken, so Beatrice Giger, die Medienbeauftragte der Staatsanwaltschaft des Kanton St.Gallen zum Online-Portal. Falls der Gaffer durch sein Verhalten eine grobe Gefährdung der anderen Verkehrsteilnehmer bewirkt habe, könne die Strafe auch höher ausfallen. Hinzu käme dann ein Eintrag im Strafregister und ein eventueller Entzug des Fahrausweises.

Unfall noch nicht aufgeklärt

Es werde keine Statistik zu Gafferfällen geführt, so Giger. Sie würden aber relativ selten verzeigt werden. Deutlich höher sei die Anzahl Anzeigen derer, welche während des Fahrens Nachrichten schreiben würden.

Erste Priorität habe jetzt aber sowieso die Aufklärung des schweren Unfalls. Die Polizei suche nach wie vor Zeugen, die Angaben zum Fahrverhalten des 46-jährigen Kleinbuslenkers machen können. Laut Scheider sei der entscheidende Hinweis bisher nicht eingegangen.