2017-10-30 12:40

Billigere Billette gefordert

Der Preisüberwacher fordert von den staatsnahen Betrieben, die Reduktion der Mehrwertsteuer an die Kunden weiterzugeben. Die Post zeigt sich ­offen dafür, die SBB sehen dazu keinen Grund.

Eine «grobe Schätzung» hat laut Meierhans ergeben, dass die Senkung der Mehrwertsteuer allein beim gesamten öffentlichen Verkehr rund 20 Millionen Franken im Jahr ausmachen dürfte.

Eine «grobe Schätzung» hat laut Meierhans ergeben, dass die Senkung der Mehrwertsteuer allein beim gesamten öffentlichen Verkehr rund 20 Millionen Franken im Jahr ausmachen dürfte.

(Bild: Keystone)

Das Volksnein zur Rentenreform von Ende September führt zu einer Reduktion der Mehrwertsteuer per 1. Januar 2018 – der normale Mehrwertsteuersatz sinkt dann von 8 auf 7,7 Prozent. Der Grund: Die bislang für die ­Zusatzfinanzierung der IV genutzten Gelder können nicht wie in der Reform geplant der AHV zugeführt werden.

Die grossen Detailhändler Migros und Coop hatten bereits direkt nach der Abstimmung angekündigt, die Senkung an die Kundschaft weiterzugeben. Dasselbe fordert nun der Preisüberwacher Stefan Meierhans auch von den staatsnahen Betrieben. Diese hätten eine besondere ­Verantwortung, die Kunden vom Nachlass profitieren zu lassen, sagte Meierhans am Sonntag auf Anfrage und bestätigte einen Artikel der «NZZ am Sonntag».

Obwohl es sich häufig nur um Kleinbeträge handle, könnten den Konsumenten aufs Jahr gerechnet erhebliche Beträge entgehen. Eine «grobe Schätzung» hat laut Meierhans ergeben, dass die Senkung der Mehrwertsteuer allein beim gesamten öffentlichen Verkehr rund 20 Millionen Franken im Jahr ausmachen dürfte. Das Gros entfalle dabei auf die SBB.

Unnachgiebige SBB

Diese teilten mit, dass die Preise mit der Senkung des Mehrwertsteuersatzes «konstant gehalten» werden sollen – tiefere Billettpreise wird es also nicht geben. Mit der Mehrwertsteuersenkung werde die Teuerung 2017 von 0,5 Prozent kompensiert, argumentierten die SBB. Der Verband des öffentlichen Verkehrs CH-direct hatte sich auf den gleichen Standpunkt gestellt. Da die SBB die Mehrwertsteuerbeträge nicht separat ausweisen würden, ­könnten sie auch nicht angeben, wie viel eine Mehrwertsteuersenkung insgesamt ausmachen würde.

Die Post plant bei der Mehrwertsteuerreduzierung dagegen ein differenziertes Vorgehen. Die Steuer werde grundsätzlich an den neuen Satz angepasst, dies betreffe «hauptsächlich Geschäftskunden», sagt Postmediensprecherin Jacqueline Bühlmann. Bei Produkten, bei denen die Mehrwertsteuer im Preis enthalten sei, lohne sich der Aufwand jedoch nicht.

Preisüberwacher Meierhans ist mit der Poststrategie zwar teilweise zufrieden, findet aber, dass es sich in der Summe um «nicht vernachlässigbare Beträge» handle.

sda