2017-10-19 10:48

Durch die Welt für Judenretter Carl Lutz

Münchenbuchsee

Agnes Hirschi engagiert sich weltweit für die Würdigung des Schweizer Judenretters Carl Lutz, der ihr Ziehvater war. Die Ex-Journalistin ist Teil einer Ausstellung über die letzten Holocaustüberlebenden.

In der Hand das Glas, das sie als Sechsjährige in der Brandruine des Hauses Lutz fand: Agnes Hirschi.

(Bild: Nicole Philipp)

Sofort steuert Agnes Hirschi (79) in ihrer Wohnung in Münchenbuchsee auf die gläserne Vitrine zu, in der unzählige kleine Erinnerungsobjekte liegen. Sie greift ein Stück heraus, man erkennt Stiel und Kelch, aber es ist grauschwarz und deformiert, als wäre es von einem Vulkan ausgeworfen worden. «Das war eines unserer Kristallgläser», bestätigt Hirschi, «ich fand es im Winter 1945, als ich in Budapest als Kind in den Überresten des zerbombten Hauses der Familie Lutz wühlte.»