2014-03-05 08:56

So gibt die Stadt Bern das Geld für die Kultur aus

Bern

Grosse Fixposten, wenig Mittel für die freie Szene: Die Stadt Bern bietet derzeit wenig Raum für kulturelle Würfe. Allein Konzert Theater Bern bekommt von den 31,6 Millionen 46 Prozent. Viel bleibt da nicht übrig.

Im Progr findet am Donnerstag 6.3. von 14 bis 18 Uhr die Kulturkonferenz statt.

Im Progr findet am Donnerstag 6.3. von 14 bis 18 Uhr die Kulturkonferenz statt.

(Bild: Susanne Keller)

Müssen denn immer die Finanzen alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn über die Künste sinniert wird? Lieber nicht, findet eine Gruppe um die Berner Kunstsammlerin und Initiantin Carola Ertle, welche die morgige Kulturkonferenz organisiert (siehe Interview).

Doch spätestens, wenn aus Ideen Konkretes werden soll, geht es in den Verteilkampf – und damit wieder ums Geld. Besonders in der Stadt Bern, wo ein grosser Teil der Mittel für fixe Subventionen der Kulturinstitutionen blockiert ist (siehe Grafik). Von den 31,6 Millionen Franken Berner Kultursubvention gingen letztes Jahr allein 14,5 Millionen an Konzert Theater Bern. Damit bindet das grösste Kulturhaus 46 Prozent der Mittel. Weitere 14,3 Millionen gehen an die übrigen Institutionen mit ein- oder mehrjährigen Subventionsverträgen.

Wenig Manövriermasse

So verbleiben 2,7 Millionen für die freie Szene, gerade einmal 9 Prozent des Kulturetats. Darin enthalten sind die Projektbeiträge an Kulturschaffende, die von städtischen Kommissionen gesprochen werden, sowie die Breitenkulturförderung und die Auslandstipendien. Die Manövriermasse ist derzeit also relativ klein.

Nach dem Konzert Theater Bern sind das Kunstmuseum (2,4 Millionen Franken) und das Zentrum Paul Klee (2,2 Millionen) die grössten Subventionsbezüger. Beide Häuser werden ab der Subventionsperiode 2016–2019 ausschliesslich vom Kanton finanziert; die Kulturfinanzierung durch Stadt, Regionsgemeinden und Kanton wird dann neu geregelt.

Die Stadt wird entlastet – und die Präsidialdirektion gedenkt, möglichst viel des gesparten Geldes wieder in die Kultur zu investieren. Bis entschieden ist, wie der Verteilschlüssel genau aussehen wird, bleibt aber unklar, wie viel Geld für die Visionen aus der Kulturszene frei wird.

Berner Zeitung

Quelle: Stadt Bern, Abteilung Kulturelles
Quelle: Stadt Bern, Abteilung Kulturelles(Bild: Grafik BZ)