2016-06-09 08:20

Neue Ideen zur Wohninitiative

Köniz

Der Widerstand der Hauseigentümer in Bern hat Folgen: Der Könizer Gemeinderat lanciert zur Wohninitiative der SP einen Gegenvorschlag.

Wegen 39 Parkplätzen vor ihrer Filiale in Münchenbuchsee (direkt vis-à-vis von der Baustelle) behinderte die Migros seit 2013 den Bau von 25 Eigentumswohnungen.

Wegen 39 Parkplätzen vor ihrer Filiale in Münchenbuchsee (direkt vis-à-vis von der Baustelle) behinderte die Migros seit 2013 den Bau von 25 Eigentumswohnungen.

(Bild: vistaplus - Peter Burri)

  • Stephan Künzi

    Stephan Künzi

Eigentlich sollte die Vorschrift längst in Kraft sein. Zwei Jahre ist es her, dass die Stimmenden in der Stadt Bern mit einem satten Mehr von über 70 Prozent Ja zu ihrer Wohninitiative gesagt haben. Das von links-grünen Kreisen lancierte Begehren schreibt vor, dass in neuen Wohnzonen ein Drittel des Wohnraums preisgünstig oder von gemeinnützigen Trägern erstellt werden muss – angesichts dieses klaren Resultats kam die SP im benachbarten Köniz letztes Jahr zum Schluss: Eine solche Leitlinie stünde auch Köniz gut an.

Die nötigen 2000 Unterschriften brachte die Partei locker zusammen, im Herbst 2015 konnte sie die Initiative einreichen. Sie tat dies ungeachtet dessen, dass es in Bern nach der Abstimmung nicht mehr weiterging. Der Hauseigentümerverband reichte Beschwerde ein, und seither ist das Geschäft blockiert.

Daraus zieht der Könizer Gemeinderat nun Lehren. Gestern teilte er mit, dass er zur Initiative – anders als seinerzeit die Kollegen in Bern – einen Gegenvorschlag ausgearbeitet habe. Es gehe darum, das Anliegen präziser zu fassen, führt Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP) aus. Der Gemeinderat habe «gegenüber dem Initiativtext rechtliche und inhaltliche Vorbehalte».

Eine Analyse habe zudem zutage gefördert, «dass die Situation in den verschiedenen Ortsteilen unterschiedlich ist». Genauer mag die SPlerin im Moment nicht werden. Sie verweist auf einen Infoabend von nächster Woche. «Die Materie ist so komplex, dass sie sich in ein paar wenigen Sätzen nicht darstellen lässt.»

Wenigstens zum Zeitplan sagt Sedlmayer noch etwas. Die Initiative habe Folgen für das Baureglement, weshalb es sinnvoll sei, die Abstimmung dazu vor der neuen Ortsplanung durchzuführen. Das werde irgendwann 2017 sein – bei der Ortsplanung peile der jetzige Gemeinderat nach wie vor das Ziel an, sie bis Ende 2017 für die Urne freizugeben.Infoabendam 15. Juni um 20 Uhr in der Aula Oberstufenzentrum Köniz.

Infoabend am 15. Juni um 20 Uhr in der Aula Oberstufenzentrum Köniz.

Berner Zeitung