2011-05-07 11:22

Aareschwimmer sitzen auf dem Trockenen

Muri/Bern

Heute eröffnet das Aarebad Muri die Badesaison. Wer sich schon in die noch kalte Aare stürzen will, sei gewarnt: Sie führt kaum Wasser.

<b>Volle Becken, knapp gefülltes Flussbett:</b>So präsentierte sich das Aarebad Muri am Freitag. Am Samstag startet es in die Badesaison.

Volle Becken, knapp gefülltes Flussbett:So präsentierte sich das Aarebad Muri am Freitag. Am Samstag startet es in die Badesaison.

(Bild: Andreas Blatter)

  • Annatina Foppa

Schon seit einigen Wochen tummeln sich Sonnenanbeter und Naturfreunde rund ums Aarebad Muri. Ab heute steht ihnen – gegen Eintritt– auch das Freibadgelände offen: Zwei Schwimmbecken, ein Kinderbassin, Liegeflächen, Restaurant, Kiosk und Sportangebote. Nur die Wasserrutsche fehlt. Nach 22 Jahren wurde die marode Rutsche demontiert. Auf die nächste Rutschpartie müssen die Muriger bis am 28. Mai warten. Dann wird die neue eröffnet.

Neben der fehlenden Rutschbahn fällt vor allem eines ins Auge: der tiefe Wasserstand der Aare. «Drei Tritte tiefer als üblich reicht das Wasser», stellt Peter Egger, Co-Verantwortlicher des Bades, fest. Edith Oosenbrug vom Bundesamt für Umwelt präzisiert: «In diesem Jahr ist die Abflussmenge der Aare bei der Messstation Schönau knapp halb so gross wie sonst Anfang Mai.»

So wenig wie letztmals 1957

Gerade mal 71 Kubikmeter pro Sekunde fliessen aktuell die Aare hinunter. Ähnlich wenig Wasser gab es im Mai letztmals 1957, vor 44 Jahren. Zu wenig Schnee liegt in den Bergen, als dass eine grosse Menge in die Gewässer schmelzen würde, und zu wenig geregnet hat es in den letzten Wochen. Niederschläge sind noch immer nicht in Sicht.

Der tiefe Wasserstand macht sich auch in den Aarebädern der Stadt, Marzili und Lorrainebad, bemerkbar. Der Wasserspiegel im Lorraine-Becken hängt vom Aarepegel ab und ist momentan leicht tiefer als üblich. Das Becken wird aber nicht von der Aare, sondern auch durch eine Quelle gespiesen. Dadurch kann der niedrige Aarestand ausgeglichen werden.

Achtung Aufschlaggefahr

Für die Schweizer Gewässer ist die Lage trotz Extremwerten laut Oosenbrug nicht prekär – und für die Aareschwimmer? Peter Egger mahnt wegen des tiefen Pegelstandes zu besonderer Vorsicht beim Ein- und Ausstieg. Ob man die seichten Stellen im Fluss zu Fuss oder bäuchlings zu durchqueren sucht: Die Gefahr, an einem Stein aufzuschlagen, sei sehr gross. Viele werden jedoch ohnehin nicht in der 15,3 Grad kalten Aare schwimmen wollen. Dann doch lieber ins Muriger Schwimmbecken, das schon bald über 18 Grad warm sein soll, wie Egger verspricht.

Morgen findet im Bad bereits der erste besondere Anlass statt: Das Badirestaurant ladet zum Muttertagsbrunch. Bis im September steht das «schönste Flussbad Europas», wie die Muriger Homepage wirbt, den Badegästen offen.

Berner Zeitung