2015-03-02 10:58

Rex reloaded

Bern

Jetzt wird gebaut: Das Kino Kunstmuseum will im Rex an der Schwanengasse in Bern eine neue Kinoära einläuten.

Dem Kino Rex an der Berner Schwanengasse steht ein radikaler Umbau bevor.

Dem Kino Rex an der Berner Schwanengasse steht ein radikaler Umbau bevor.

(Bild: Max Füri)

Die wohl eigenwilligsten Kinostühle Berns mit ihrer exorbitanten Kopfstütze sind passé. Ab heute wird das von den Kino-Kunstmuseum-Betreibern übernommene Kino Rex an der Schwanengasse umgebaut. Radikal. Bis zur Neueröffnung im Oktober 2015 wird das Foyer restauriert, eine Bar eingebaut und der Balkon zu einem zweiten Kinosaal mit 60 Plätzen erweitert. Inklusive neuer Heizung, Lüftung und Kinobestuhlung kostet das alles 1,8 Millionen Franken.

Teurer Spielbetrieb

Eine stattliche Summe? Im November 2013, als das Kino Kunstmuseum den Wechsel ins Rex ankündigte, klaffte im Umbaubudget noch ein Loch von 400'000 Franken. Inzwischen sei der Umbau jedoch zu fast 95 Prozent gesichert, sagt Peter Erismann, der als Vorstandsmitglied des Trägervereins Cinéville für den Umbau verantwortlich ist. Keine Bauchschmerzen wegen des fehlenden Restbetrags von knapp 100'000 Franken?

«Nein», sagt Erismann, «unsere erfolgreiche Publikumsaktion mit Sitzspenden läuft während des Umbaus weiter. Wir konnten Kulturrabatte bei Bauunternehmungen aushandeln, profitieren bei Neuanschaffungen vom vorteilhaften Eurokurs und müssen während des gesamten Umbaus keine Miete bezahlen.» Zudem sei im Umbaubudget eine Reserve von 10 Prozent mit eingeplant.

Apropos Budget: Die grössere Herausforderung wird für das neue Kino Rex im Spielbetrieb bestehen, der im neuen Haus das Doppelte – 1,2 Millionen Franken pro Jahr – verschlingen wird. Erismann bleibt auch da zuversichtlich: «Das Inseratenvolumen im erneuerten Programmheft ist um das Dreifache gewachsen. Zudem zügeln wir an einen zentrumsnahen Standort, der auch für Vermietungen interessant sein wird.»

Genug Kinopublikum?

Klingt gut. Umso mehr, als das Kino Kunstmuseum vor vier Jahren noch vor dem Aus stand, weil die Stadt den Geldhahn zudrehen wollte. Ob das neu aufgegleiste Kinoprojekt funktionieren wird? Zum wiedererstarkten Berner Filmschaffen, das mit dem Kurzfilm «Parvaneh» jüngst sogar eine Oscarnomination errang, würde das gut passen. Fragt sich höchstens: Gibt es in Bern so viel Publikum dafür?

Berner Zeitung