2015-02-04 12:54

Hilfe, die Idioten sind da

Hat nicht jeder diesen Film schon gesehen, der unbedingt wollte? Zur Erinnerung: «The Interview» ist jene Komödie, die im Dezember 2014 Zielscheibe der sogenannten «Guardians of Peace» war.

Depperte Mörder: In «The Interview» sind James Franco und Seth Rogen allzeit bereit.

Depperte Mörder: In «The Interview» sind James Franco und Seth Rogen allzeit bereit.

(Bild: zvg)

Die hatten das Filmstudio Sony gehackt und drohten bei Aufführung des Films in US-Kinos mit Vergeltungsmassnahmen à la 9/11. Das Ganze führte dann zu bedenklichem Säbelgerassel zwischen den USA und Nordkorea. Stein des Anstosses: In «The Interview» lädt Kim Jong-un (Randall Park) zwei amerikanische TV-Gurken (James Franco, Seth Rogen) zum Interview ein. Die wiederum fassen vom CIA einen Mordauftrag und lassen nach einigem Hin und Her Nordkoreas Diktator den Flammentod sterben.

Ein Ernstfall für Pyongyang? Ach was. Der scheinbar joviale Diktator, der sich als Katy-Perry-Fan outet, ist noch das Beste am Film. Der Rest – und damit ist die amerikanische Kreativabteilung gemeint – ergeht sich in Witzigkeiten über Hinterteile, schwules Benehmen, schwule Comingouts (Eminem tritt als Eminem auf) und fehlende Hinterteilöffnungen.

Alles im Arsch? Leider ja. Vor allem Hauptdarsteller James Franco (der für «127 Hours» als eingeklemmter Bergsteiger eine Oscarnomination erhielt) betreibt unsägliches Overacting. Die Goldene Himbeere für den schlechtesten Darsteller wäre diesmal der angemessene Preis.

Bedenklich stimmt einen allerdings die Tatsache, dass vor Monatsfrist das Recht auf freie Meinungsäusserung ausgerechnet mit einer so bescheidenen Komödie verteidigt werden musste. Das möchte einen schon fast zur Aussage verleiten: Sorry, Sony, aber ihr habts nicht besser verdient, als gehackt zu werden.

The Interview: Ab 5.2. im Kino.

Berner Zeitung