2017-02-02 12:28

Die Mieten in Köniz sind günstiger als in Bern

Ein Bericht zur Wohninitiative zeigt, dass die Mieter in Köniz immer noch günstiger wohnen als in der Stadt Bern. Besonders gross ist die Differenz im ländlichen Teil.

Die Mieter in Köniz wohnen noch immer günstiger, als in der Stadt Bern.

Die Mieter in Köniz wohnen noch immer günstiger, als in der Stadt Bern.

(Bild: Stefan Anderegg)

  • skk

Wie teuer lebt es sich in Köniz? Als die SP im Herbst 2015 ihre Wohninitiative einreichte, wollte es der Gemeinderat genau wissen. Er gab eine Studie in Auftrag, die Anhaltspunkte über den Wohnungsmarkt im Süden Berns geben sollte. Immerhin hatten die Initianten ihr Begehren damit begründet, dass es in einer Zeit steigender Mieten auch in Köniz je länger, je schwieriger werde, bezahl­baren Wohnraum zu finden.

Eine zentrale Erkenntnis aus der Studie gleich vorweg: Übers Ganze gesehen sind die Mieten in Köniz immer noch spürbar tiefer als im benachbarten Bern. Für den Bericht liess die Verwaltung Wohnungsinserate aus dem Jahr 2015 auswerten und kam so zu einem – theoretischen – Wert: Die Könizerinnen und Könizer mussten für die ausgeschriebenen Wohnungen pro Jahr und Quadratmeter durchschnittlich 219 Franken zahlen. Das entspricht einer Monatsmiete von gut 1800 Franken für eine 4- bis 4½- Zimmer-Wohnung mit 100 Quadratmetern Fläche.

In den mit untersuchten Vorortsgemeinden Ittigen, Ostermundigen und Muri bewegten sich die Mieten auf einem ähnlichen Niveau. In der Stadt Bern dage­gen waren sie spürbar höher. Der Quadratmeterwert betrug hier 246 Franken, was für die 4- bis 4½-Zimmer-Wohnung eine Monatsmiete von gut 2000 Franken ergibt.

In Stadtnähe ists teurer

Für das weitläufige Könizer Gemeindegebiet förderte die Studie grosse Unterschiede zutage. Während die stadtnahen Quartiere Wabern, Spiegel und Liebefeld mit Quadratmeterwerten von 231 Franken und mehr den Durchschnitt deutlich übertrafen, lag schon Köniz selber mit einem Wert von 211 Franken darunter. Noch günstiger lebte es sich in Thörishaus. Und – wie die Studie auf einer allerdings recht schmalen Datenbasis vorrechnet – vor allem in Niederscherli: Dort wurden 166 Franken pro Quadratmeter und Jahr verlangt, knapp 1400 Franken Monatsmiete für die 4- bis 4½-Zimmer-Wohnung also.

Keine Aussage macht die Studie darüber, wie die Region Bern schweizweit dasteht. Dies tut dafür der Vergleichsdienst Comparis mit Zahlen aus dem gleichen Jahr 2015: Laut diesem waren die Mieten in Zürich als teuerster Stadt doppelt so hoch wie in La Chaux-de-Fonds am anderen Ende des Spektrums. Die Stadt Bern lag ziemlich genau in der Mitte.

Einige haben Probleme

Der Bericht geht auch noch der Frage nach, inwieweit sich die Könizerinnen und Könizer ihre Mietwohnungen überhaupt leisten können. Er stellt fest, dass das reine Jahreseinkommen in der Gemeinde bei durchschnittlich 73 000 Franken liegt, womit sich eine Miete von 2000 Franken gut finanzieren lässt. Bei einem Drittel der Haushalte liegt das Jahreseinkommen indes unter 50 000 Franken. Für Familien, die mit so wenig Geld eine grosse Wohnung finanzieren müssen, ist es in Köniz schwierig.