2013-12-09 11:16

Die Zähne knirschen, der Kopf nickt

Köniz

Das Könizer Parlament könnte die Pläne für Thömus Bikepark in Oberried versenken – wird dies aber kaum tun. Kritik ist vor allem von SVP und BDP zu erwarten.

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Die Botschaft für die Volksabstimmung vom 9.Februar ist eigentlich schon pfannenfertig produziert. «Bikepark Oberried» steht im Titel. «Erlass der Überbauungsordnung». Es folgen 30 Seiten mit den Plänen der Thömus AG mit Bestimmungen zur «Qualitätssicherung», zu «Betriebszeiten» und, und, und. Einzig die Seiten 16 und 17 sind noch eine Baustelle. «Pro: slkdflks dklf lskdf I sjdf» steht dort, und: «Contra: lskd jflskjdfjlsd kf». Heute Abend wird es im Könizer Parlament darum gehen, welche Argumente diesen Blindtext ersetzen. Und ob die Vorlage zur Annahme empfohlen wird. Allerdings: Stimmt die Mehrheit gegen die Vorlage, kommt sie gar nicht erst vors Volk. Die Botschaft würde im Papierkorb landen.

«Eine Gratwanderung»

Die Vorgeschichte ist für die Gemeinde nicht rühmlich: Über Jahre hinweg ist der Betrieb von Thomas Binggeli in Oberried gewachsen – über das legale Mass hinaus. Die Gemeinde kam in eine Zwickmühle. Einerseits will Köniz «ein innovatives Unternehmen wie Thömus nicht bremsen», wie Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP) sagt. Anderseits bestehe die Gefahr, dass der Fall Thömus Schule mache und andere das gleiche Recht einforderten. «Die Vorlage ist eine Gratwanderung.» Der Plan der Gemeinde sieht so aus: Thomas Binggeli darf seinen Bikepark bauen, aber nur unter engen Vorschriften, etwa beim Verkehr oder bei den Öffnungszeiten.

Die Lösung überzeugt einige Parlamentarier nicht, zumindest Teile der BDP und der SVP könnten heute Nein stimmen. «Es gibt verschiedene Meinungen in der Fraktion», sagt BDP-Präsident Thomas Frey. «Ich störe mich vor allem daran, dass die Gemeinde zuschaute und zuschaute und zuschaute.» Die SVP hat Stimmfreigabe beschlossen. Diese Abstimmung sei keine Links-rechts-Frage, sagt Präsident Stefan Lehmann, «eher eine Gewerbe-Landwirtschafts-Frage». Mit dem Bikepark würde eine Insel in der Landwirtschaftszone entstehen in der Grösse von 4,5 Fussballfeldern. 3,2 Hektaren Kulturland gingen verloren.

SP, Grüne, FDP: «Ja, aber»

Wirklich in Gefahr scheint die Vorlage aber nicht zu sein. SP und Grüne stehen ihr positiv gegenüber. Sie sind erfreut, dass viele Forderungen aus der Mitwirkung umgesetzt wurden. Auch die FDP stimmt zu, hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen. Dennoch wollen sich alle Parteien auch kritisch äussern. In der Abstimmungsbotschaft wird die Spalte mit den Gegenargumenten gut gefüllt sein.

Berner Zeitung