2015-10-30 20:07

Bottas Sternwarte kostet 7 Millionen

Niedermuhlern

Der Bau einer neuen Sternwarte auf dem Gemeindegebiet von Niedermuhlern nimmt Formen an. Am Freitag hat der Tessiner Architekt Mario Botta sein Millionenprojekt vorgestellt.

Ein Modellbild der Sternwarte von Mario Botta.

Ein Modellbild der Sternwarte von Mario Botta.

(Bild: zvg)

  • Laura Fehlmann

Wer gern in die Sterne guckt, wird sich freuen. Mit dem Bau des neuen Observatoriums in der Uecht werden die Gestirne optisch näher rücken. Denn die erneuerte Sternwarte auf dem Gemeindegebiet Niedermuhlern wird mit den neuesten technischen Instrumenten und Kameras versehen sein.

Seitdem bekannt wurde, dass der Architekt Mario Botta sich des Neubaus der Sternwarte annehmen wird, ist bald ein Jahr vergangen. Am Freitag stellte der 72-jährige Tessiner nun an der Universität Bern sein Erweiterungsprojekt vor:

Von aussen wird vor allem der neue Turm mit Kuppel zu sehen sein. Darunter sind 500 Quadratmeter Räumlichkeiten vorgesehen: unter anderem ein Foyer, Büros, Arbeitsräume, eine Garderobe, WCs, ein Vortragsraum sowie eine Küche mit Bar.

el zu sehen sein. Darunter sind 500 Quadratmeter Räumlichkeiten vorgesehen: unter anderem ein Foyer, Büros, Arbeitsräume, eine Garderobe, WCs, ein Vortragsraum sowie eine Küche mit Bar.

«Ein Kindertraum»

Für ihn sei dieses Sternwartenprojekt die Verwirklichung eines Kindertraums, sagte Mario Botta. Und: Der Blick in die Sterne habe nie an Faszination verloren. Botta versprach, dass ein «kleines, minimalistisches Bijou» entstehen werde.

Der rund acht Meter hohe zylindrische Turm mit dem ostseitig angebauten Liftschacht soll sich diskret in die Umgebung einfügen. Dies mit gebührender Distanz zum heutigen, denkmalgeschützten Gebäude (siehe Infobox).

Der Neubau wird mit einem säulenartigen Kern versehen. Diese innere Stütze soll verhindern, dass das Gebäude, und damit die Beobachtungsinstrumente, ins Schwingen geraten. Im Turm ist eine Wendeltreppe bis ins Untergeschoss vorgesehen. Die unterirdischen Räume werden indirekt mit natürlichem Licht erhellt.

Und – das ist typisch Botta – die gerippte Fassade reflektiert das Licht je nach Tageszeit immer wieder neu und anders. Im Frühjahr 2017 soll die Botta-Sternwarte eingeweiht werden.

Kosten: 7,7 Millionen Franken

Für die Vorstudie und das Detailkonzept wurden bereits 770'000 Franken ausgegeben. Finanziert hat dies vorwiegend die Stiftung Sternwarte Uecht. Das ganze Projekt, inklusive Apparaturen und Shuttlebus, ist mit 7,77 Millionen Franken veranschlagt. Weil die Stiftung gemeinnützig ist, kann sie mit Beiträgen vom Lotteriefonds rechnen.

Geld wird es auch aus dem Förderprogramm Regionalpolitik Bern-Mittelland geben. Bis jetzt haben Institutionen, Gemeinden und Kanton rund 2,5 Millionen Franken zugesichert.

Für die Finanzierung wurde auch der Sternen Club gegründet, bei dem Einzelpersonen oder Familien einen Stern oder ein Sternbild kaufen können. Das haben bis jetzt knapp 50 Personen getan, unter ihnen befindet sich auch Mario Botta.

Er wird zweifellos wissen wollen, wie es «seinem Stern» geht, und dafür ab und zu ins All blicken, denn, so verrät der Architekt: «Er heisst wie ich: Mario Botta. So ein Stern schenkt uns doch ein Stück Unsterblichkeit, auch wenn wir wissen, dass auch Sterne sterben.»

www.uecht.ch

Berner Zeitung

Der Architekt Mario Botta hat nicht nur das Sternwartenprojekt ausgearbeitet, sondern auch einen Stern gekauft.
Der Architekt Mario Botta hat nicht nur das Sternwartenprojekt ausgearbeitet, sondern auch einen Stern gekauft.(Bild: Walter Pfäffli)