2011-05-16 08:48

Ortsplanung geht den Bach runter

Worb

Mit 146 Stimmen Differenz wurde die neue Ortsplanung abgelehnt. Gegner und Befürworter sind sich einig: Gemeinsam soll nun eine neue Vorlage ausgearbeitet werden.

Ist enttäuscht: Gemeindepräsident Niklaus Gfeller.

Ist enttäuscht: Gemeindepräsident Niklaus Gfeller.

(Bild: Urs Baumann)

  • Christian Liechti

Der Gemeinderat und die Mehrheit der Ortsparteien haben es nicht geschafft, im ersten Anlauf die Ortsplanungsrevision (OP06+) dem Stimmvolk schmackhaft zu machen. Der Souverän lehnte mit nur 146 Stimmen Unterschied das neue Regelwerk ab. Rund 45 Prozent der Stimmberechtigten haben sich am Abstimmungswochenende zur Vorlage geäussert.

Gemeindepräsident Niklaus Gfeller (EVP) war am Sonntag die Enttäuschung anzuhören. Nach Problemen bei grossen Bauprojekten kann er auch die Ortsplanung nicht zum gewünschten Erfolg führen. «Es liegt im Trend, neue Einzonungen abzulehnen», sagt er. Um so bedauerlicher sei das Resultat, weil die anderen Elemente der Ortsplanung, Baureglement und Zonenplan Landschaft, unumstritten gewesen seien.

Gute Kampagne

«Die Gegner haben eine gute Kampagne geführt», sagt SP-Co-Präsident Christoph Moser. Nach dem Nein vom Wochenende sei es nun nötig, auf die Gegner der OP06+ zuzugehen um einen Kompromiss zu erarbeiten. Jetzt müsse in die Höhe, statt in die Breite gebaut werden, erklärt SVP-Präsident Martin Wälti erfreut. Das Kulturland bedeute den Bürgern eben viel.

Die «IG Worb bleibt grün – Rüfenacht bleibt grün» ist bereit, gemeinsam die OP06+ so schnell wie möglich anzupassen. «Wir sind der Meinung, dass es jetzt auch neue Köpfe in der Planungskommission braucht», so Maja Weiersmüller vom gegnerischen Komitee.

Halbe Million im Eimer

Diese Forderung kann FDP-Präsidentin Maja Widmer nicht nachvollziehen. Die Planungskommission sei politisch zusammengesetzt. «Man kann nicht einfach die Leute nach Gutdünken austauschen.» Widmer bedauert, dass mit dem Nein nun über eine halbe Million Franken Steuergelder «im Eimer» seien. Zudem kritisiert sie den Gemeinderat, der die Falschaussagen der Gegner «nicht vehement korrigiert» habe.

Weil ein Bürger Beschwerde eingereicht hat, muss Statthalter Christoph Lerch die Abstimmung noch überprüfen. Er will noch diesen Monat einen Entscheid fällen.

Ja-Stimmen: 1711 / 48% Nein-Stimmen: 1857 / 52% Stimmbeteiligung: 44,8%

Berner Zeitung