2010-08-10 08:52

Spektakel am Abendhimmel

Niedermuhlern

Wer derzeit den wolkenlosen Abendhimmel genau betrachtet, kann die Planeten Mars, Venus und Saturn am Firmament erkennen. Noch deutlicher zu sehen sind sie von der Sternwarte Uecht in Niedermuhlern.

Ein malerischer Sonnenuntergang mit wolkenlosem Himmel im August kann ganz schön Begeisterung wecken. Wenn dabei aber noch drei Planeten knapp über dem Horizont den Abendhimmel schmücken, lässt das nicht nur die Herzen der Astronomen, sondern auch vieler Laien höher schlagen. Denn genau so ein Fall liegt im Moment vor. Noch für die nächsten zehn Tage sind die drei Planeten Venus, Mars und Saturn im Westen knapp über dem Horizont erkennbar – jedoch nicht für eine lange Dauer. In aller Deutlichkeit werden sie erst kurz nach Sonnenuntergang erkennbar – also ab etwa 21 Uhr. Um circa 22 Uhr ist das Schauspiel auch schon wieder vorbei, weil die Planeten ebenfalls untergegangen sind. Das Spezielle an der derzeitigen Planetenkonstellation ist, dass Mars, Venus und Saturn am Abendhimmel ziemlich nah beieinanderstehen. Marcel Prohaska, Astronom und Leiter der Sternwarte Uecht, spricht von einer «scheinbaren Begegnung» der drei Planeten. Scheinbar deshalb, weil sie von der Erde aus betrachtet nahe beieinander zu sein scheinen, in Wirklichkeit aber immer noch Abermillionen Kilometer entfernt voneinander sind.

Am Freitag ganz nah

Am nächsten beieinander werden die drei Planeten am kommenden Freitag sein. Danach zieht die Venus an ihren «Kollegen» vorbei. «Ab dem 20.August ist dann der Reiz der nahen Konstellation vorbei», sagt Prohaska. Das Himmelspektakel kann man von überall betrachten. «Am besten sieht man die Planeten jedoch, wenn man etwas in die Höhe geht», so Prohaska. Denn dort finde man meistens einen flachen Horizont vor, ohne störende Häuser oder Wälder. Komme hinzu, dass es in den Bergen viel weniger störende Lichtquellen gibt, so wie etwa Strassenbeleuchtung in der Stadt, erklärt der Berner Astronom.

Marcel Prohaska bedauert, dass der Vorgang nur etwa eine Stunde lang zu sehen ist. Aber das Timing sei eben nicht gerade das beste. Denn richtig gut zu sehen wären die Planeten erst, wenn die Sonne schon lange untergegangen ist und Dunkelheit herrscht. Genau dann verschwinden aber auch die Planeten am Horizont.

Besuch in der Sternwarte

Aufgrund des astronomischen Highlights des Jahres will Marcel Prohaska auch den interessierten Himmelsguckern etwas bieten. So lädt der Leiter der Sternwarte Uecht auf dem Längenberg Interessierte ein, das Spektakel durch ein Teleskop in der Sternwarte zu betrachten – und zwar am 11. und am 18.August ab 21 Uhr.

Schönes Wetter nötig

Unglücklicherweise liegt die Sternwarte Uecht just für dieses Schauspiel etwas ungünstig. Denn westlich von ihr steht eine Scheune, die die Sicht auf den Horizont etwas verdeckt. «Es wird trotzdem gehen», meint Prohaska. Was ist, wenn das Wetter nicht mitspielt? «Dann haben ich und mein Team ein paar spannende Kurzreferate zum aktuellen Himmelsgeschehen parat», sagt Prohaska.

Berner Zeitung

Marcel Prohaska lädt ein zum Blick durch das Teleskop.
Marcel Prohaska lädt ein zum Blick durch das Teleskop.(Bild: Iris Andermatt)