2017-10-18 18:07

Neues Take-away der Stiftung für Suchthilfe

Bern

Nächsten Montag eröffnet die Stiftung für Suchthilfe an der Monbijoustrasse in Bern ein Take-away. Es entstehen vier Integrationsarbeitsplätze.

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Im Erdgeschoss des Contact-Hauses an der Monbijoustrasse 70 wurde umgebaut. Am 23. Oktober eröffnet die Stiftung für Suchthilfe das «CONTACT take a way». Es ist ein Take-away der etwas anderen Art: Bedient wird man von Leuten, die Mühe haben, sich beruflich zu integrieren.

Das Take-away ist von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Morgens gibt es Kaffee und Znüni; mittags stehen etwa Suppen, Salate, Fladenbrot-Sandwiches mit Pulled Chicken oder Pulled Beef auf der Karte. Ein Menü mit Fleisch soll rund 10 bis 15 Franken kosten. Jeden Tag gibt es auch ein vegetarisches Gericht, welches mit 10 bis 12 Franken zu Buche schlägt.

Die Betreiber wollen saisonale und regionale Küche anbieten, alles soll frisch und von Hand zubereitet werden. Kundinnen und Kunden können sich ihr Menü ausserdem in einem Mehrweggeschirr verpacken lassen. Während man sich sein Zmittag zum Mitnehmen holen kann, laden auch 20 Sitzplätze zum Verzehr der Mahlzeiten vor Ort ein.

Nachholbedarf bei Projekten für Junge

Für die vier jungen Erwachsenen, welche Teilzeit im Take-away arbeiten, ist das Projekt ein Schritt zum Wiedereinstieg ins Berufsleben. Oftmals hatten sie in der Vergangenheit mit einem Suchtproblem zu kämpfen oder leiden an psychischen Problemen. Sie werden vor Ort von einer Köchin instruiert und ein Contact-Mitarbeiter kümmert sich um die sozialpädagogische Betreuung.

Laut Carl Müller, dem stellvertretenden Geschäftsleiter von Contact, führt das Contact mehr berufliche Integrationsprojekte für ältere Menschen, die schwer drogenabhängig sind und deren Integration in den Arbeitsmarkt wenig realistisch ist.

«Es ist nicht sinnvoll, junge Leute, die nicht mehr nahe an den Drogen sind, in solchen Angeboten zu integrieren», erklärt Müller. Deshalb wollte man ein Projekt für Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt noch eine Chance haben, ins Leben rufen.

Ein ähnliches Angebot von der Stiftung für Suchthilfe, welches sich an die selbe Zielgruppe richtet, ist der Lola Lorraineladen. Laut Müller stosse man dort langsam an Grenzen, weshalb jetzt nun das neue Take-away eröffnet werde. An der Monbijoustrasse werden übrigens auch ausgesuchte Lola-Produkte zum Verkauf stehen.

«Wir haben von den umliegenden Unternehmen und Bundesämtern positive Rückmeldungen auf das neue Verpflegungsangebot erhalten», freut man sich bei Contact. Nun hofft die Stiftung für Suchthilfe auf viele Interessierte, die sich – wie die Betreiber sagen – «etwas anders» verpflegen wollen.

flo/pd