2015-04-15 13:35

Drogen aus dem Internet

Zahlreiche Internetseiten bieten den Verkauf von neuen, synthetischen Drogen an. Da ihre Wirkung im Vergleich zu herkömmlichen Substanzen noch unerforscht ist, fasste Sucht Schweiz den Wissenstand in einer Publikation zusammen.

Drogenlieferung per Post: Beschlagnahmte Designerdrogen. (Archivbild)

Drogenlieferung per Post: Beschlagnahmte Designerdrogen. (Archivbild)

(Bild: Keystone Nick Ut)

Die Stiftung Sucht Schweiz beobachtet eine wachsende Zahl von neuen psychoaktiven Substanzen, die via Internet gehandelt werden. Weil Zusammensetzung und Wirkung dieser Drogen zumeist unbekannt sind, warnt das nationale Kompetenzzentrum im Suchtbereich vor Risiken.

Der Konsum der bekanntesten psychoaktiven Substanzen sei in der Schweiz bis heute begrenzt geblieben, teilte Sucht Schweiz mit. Dennoch vermelde das EU-Frühwarnsystem für Drogen laufend neue Substanzen.

So wurden in Europa unlängst 650 Internetseiten ausgemacht, welche die neuen psychoaktiven Substanzen (NPS) anbieten. Das sei aber zweifellos nur ein Bruchteil des Onlinemarktes. Die Drogen weisen klingende Namen wie Jamaican Gold, 25-I, MXE oder AH-7921 auf.

Zudem würden Bezeichnungen wie «legal highs», «research chemicals» oder «Badesalz» weiter zur Verwirrung beitragen, das Angebot werde laufend unübersichtlicher und grösser. Die Konsumierenden würden zu Versuchskaninchen, hielt Sucht Schweiz in einer Mitteilung fest.

Unerwünschte Nebenwirkungen

Die NPS haben eine aufputschende Wirkung und wirken dämpfend oder halluzinogen auf das zentrale Nervensystem. Am meisten konsumiert werden synthetische Cannabionide, die ähnlich wirken sollen wie Cannabis.

Diese Drogen können Bluthochdruck, Krämpfe oder Übelkeit hervorrufen, aber auch Herz-Kreislauf-Störungen oder Psychosen können resultieren oder mitverursacht werden. Wer Cannabinoide konsumiere, riskiere zudem eine Abhängigkeit.

Bis 2014 waren in der Schweiz rund 150 NPS verboten und die Zahl der Verbote steigt laufend, wenn beim Zoll oder der Polizei neue NPS ins Netz gehen. Auch wenn diese als «legal high» verkauft werden, halten Besitzer mit grosser Wahrscheinlichkeit eine illegale Substanz in der Hand.

Wer sich dennoch zum Konsum entscheidet, soll erst kleine Mengen einnehmen, um die Wirkung im Griff zu halten. Zudem sollen die Drogen nicht alleine konsumiert und nicht gemischt werden. Sucht Schweiz fasste den Wissensstand zu den NPS in einer Publikation aus der Reihe «Im Fokus» zusammen.

pst/sda