2019-04-06 08:06

Die Windenergie beschäftigt

Wynigen

Zwar haben die Stimmberechtigten die Ortsplanungsrevision schliesslich gutgeheissen. Doch wollten sie erst einige Korrekturen anbringen. Und auch die Windkraftanlagen waren Thema.

Drei bis vier Windkraftanlagen könnten dereinst in den Gebieten Ferrenberg und Häckligen stehen. Doch die Anwohner sorgen sich um das Landschaftsbild, fürchten den Schattenwurf und den Lärm.

Drei bis vier Windkraftanlagen könnten dereinst in den Gebieten Ferrenberg und Häckligen stehen. Doch die Anwohner sorgen sich um das Landschaftsbild, fürchten den Schattenwurf und den Lärm.

(Bild: Thomas Peter)

  • Regina Schneeberger

    Regina Schneeberger

Eigentlich ging es an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung um die Ortsplanungsrevision. Aber die Wyniger brachten am Donnerstagabend auch jenes Thema zur Sprache, das bereits an der Versammlung im Dezember für Diskussionen sorgte: die Windenergie.

Drei bis vier Windkraftanlagen könnten dereinst in den Gebieten Ferrenberg und Häckligen stehen. Doch die Anwohner sorgen sich um das Landschaftsbild, fürchten den Schattenwurf und den Lärm. Ähnliche Bedenken seien auch diesmal wieder geäussert worden, sagt Gemeinderat Emanuel Haldi (BDP), der für das Projekt zuständig ist.

Einige Anträge

So stellte ein Versammlungsteilnehmer den Antrag, den Richtplaneintrag Windenergiegebiete Wynigenberge im Zonenplan zu streichen. Der Antrag wurde mit 60 Ja-Stimmen zu 44 Nein-Stimmen gutgeheissen. Insgesamt 106 Stimmberechtigte (6,7 Prozent) nahmen an der Gemeindeversammlung teil. Bereits nach der öffentlichen Auflage der Ortsplanungsrevision ging eine Einsprache ein, die verlangt, den Eintrag des kantonalen Richtplans aus der Ortsplanungsrevision zu entfernen.

Doch was bedeutet das nun für die geplanten Windkraftanlagen? «Wir möchten das Projekt weiterverfolgen», sagt Haldi. Erst würden sie aber das Vorgehen im Gemeinderat besprechen. Kann denn der Richtplaneintrag überhaupt gestrichen werden? Liegt dies nicht in der Kompetenz des Kantons? Darüber werde das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) befinden, so Haldi. 

Wenn viele mitreden

Auch bei einem weiteren Antrag aus der Gemeindeversammlung ist fraglich, ob dieser vom AGR abgesegnet wird. Es wurde die Streichung der Ortsbildschutzgebiete in den Wynigenbergen verlangt. Der Antrag wurde mit 87 Ja-Stimmen zu 9 Nein-Stimmen deutlich angenommen. In solchen Gebieten muss bei Bauprojekten die Denkmalpflege nicht nur bei schützenswerten, sondern auch bei erhaltenswerten Gebäuden beigezogen werden, wie Gemeindeschreiber Christian Liechti erläutert.

Zudem hat in gewissen Fällen auch die kantonale Kommission zur Pflege des Orts- und Landschaftsbilds mitzureden. Dass bei Bauverfahren zu viele externe Experten mitreden könnten, sei auch die Sorge der Kritiker, sagt Christian Liechti. 

In weiteren Anträgen wurden die folgenden Forderungen gestellt: Das minimale Abstandsmass bei Gebäuden auf aneinandergrenzenden Grundstücken, die demselben Eigentümer gehören, soll abgeschafft werden; das Flachdachverbot soll auf die Wohnzone W2 und die Wohn- und Gewerbezone WG2 ausgeweitet werden; die vorgegebene Dachneigung von 20 bis 45 Grad soll nicht in allen Zonen gelten. Alle Anträge wurden mehrheitlich gutgeheissen.

Ortsplanung verabschiedet

Unter Berücksichtigung der Anträge wurde schliesslich auch die Ortsplanungsrevision grossmehrheitlich verabschiedet.

Im Mai wird nun die Ortsplanung mit den Änderungen aus Anträgen und bereinigten Einsprachen nochmals während 30 Tagen aufliegen. Danach geht sie ans AGR. Der Gemeindeschreiber rechnet damit, dass der Kanton die Ortsplanung bis frühstens nach den Sommerferien genehmigen wird.

Berner Zeitung