2019-03-05 10:38

Im Aufschwung

Der Berner Lacrosse-Verein Titans zählt 52 Mitglieder und wächst ständig weiter. Beim Bern Open wussten das Frauen- und das Männerteam zu überzeugen.

Spieler und Präsident zugleich: Philippe Matthys.

Spieler und Präsident zugleich: Philippe Matthys.

(Bild: Iris Andermatt)

  • Marco Spycher

    Marco Spycher

Noch ein letzter Schlachtruf, der obligatorische Handshake mit dem Gegner, und dann gehts los. Am Wochenende fand mit dem Bern Open das grösste Lacrosse-Turnier der Schweiz statt. Je acht Frauen- und Männerteams trafen sich auf dem Kunstrasen der Allmend. Rund 250 Spielerinnen und Spieler aus sechs Nationen kämpften um den Titel. Am Schluss waren es die heimischen Bern Titans, die doppelt jubeln konnten. Die Männer gewannen das Endspiel gegen die polnische Nationalmannschaft. Die Frauen schafften den Sprung ins Finale ebenfalls, unterlagen allerdings dem amtierenden Schweizer Meister aus Wettingen.

Einer ist bei der Partie der Bern Titans besonders aufgefallen: Angriffsspieler Philippe Matthys. Er leitete seine Mannschaft und dirigierte seine Teamkollegen. Dies kommt nicht von ungefähr. Seit zwei Jahren übt er das Amt des Präsidenten aus. «Bei uns ist es üblich, dass sich die Spieler im Verein einbringen», sagt er. Matthys, der früher Fussball spielte, war im Alter von 20 Jahren auf der Suche nach einer neuen Sportart. Beim Lacrosse wurde er fündig. «Mein Bruder war bereits bei den Bern Titans und brachte mich auf die Idee, einzusteigen.» In seiner Zeit habe sich viel verändert und das Team sei gewachsen. Nun zählen die Bern Titans 52 Mitglieder; diese sind zwischen 15 und 40 Jahren alt.

Bald wieder olympisch?

Dies ist auch dem Einsatz der Vereinsmitglieder zu verdanken. Nebst Social Media und Flyern scheuen sie keine Bemühungen, was die Mitgliedersuche angeht. «Wir gehen ab und zu in der Ausrüstung in die Stadt und versuchen Mundpropaganda zu betreiben.» Dies meist erfolgreich, wie Matthys sagt. «Und wir profitieren auch von Filmen oder Serien wie ‹American Pie›, bei denen Lacrosse gespielt wird. Dadurch geniesst diese Sportart eine gewisse Bekanntheit, und dies kommt auch uns als Verein zugute.»

Und was fasziniert Matthys an Lacrosse? «Lacrosse ist eine schnelle Ballsportart, bei der man ordentlich den Körper einsetzen darf. Hinzu kommt, dass das Alter bei uns keine Rolle spielt. Wer Interesse hat, kann jederzeit einsteigen und sich schnell im Team einbringen», meint er.

Die Bern Titans kämpfen in der Swiss Lacrosse League gegen sieben weitere Teams um den Schweizer-Meister-Titel. Mit Langenthal Lacrosse ist noch ein zweites Berner Team vertreten. Die Saison dauert von August bis Juni, inklusive Winterpause und Playoff. Die Titans belegen vor der zweiten Phase der Saison den sechsten Rang. Matthys wünscht sich zwar, dass der Sport in der Schweiz weiter wächst, bleibt aber realistisch. «Wir wissen, dass wir nebst Sportarten wie Fussball und Eishockey einen schweren Stand haben. Für uns und die Sportart wäre es schön, wenn Lacrosse wieder olympisch werden würde.» Die Verbände sind an einer Bewerbung dran, und es ist gut möglich, dass Lacrosse 2024 an der Olympiade in Paris vertreten ist.

Berner Zeitung