2013-12-10 11:09

Das Volk wird über Thömus Bikepark entscheiden

Köniz

Das Könizer Parlament hat der Überbauungsordnung für einen Bikepark in Oberried zugestimmt. Damit liegt die Entscheidung beim Volk, das am 9. Februar abstimmt.

Thomas Binggeli auf seiner Bike-Teststrecke in Oberried: Er hat eine wichtige Hürde für seinen Bikepark genommen.

Thomas Binggeli auf seiner Bike-Teststrecke in Oberried: Er hat eine wichtige Hürde für seinen Bikepark genommen.

(Bild: Andreas Blatter)

Thömus Bikepark kommt definitiv vors Volk. Am Montagabend hat die Vorlage die letzte Hürde dazu genommen. Das Parlament hat der Überbauungsordnung mit 23 zu 5 Stimmen zugestimmt, dies bei 9 Enthaltungen. Das Ja fiel aber schwer. Die Thömus AG von Thomas Binggeli ist in Oberried gewachsen und gewachsen, eine Lösung liess auf sich warten, obwohl die Grenze des Legalen längst überschritten war. Nun ist Köniz im Clinch. Man will die Thömus AG nicht bremsen, allerdings auch nicht kopfnickend alles hinnehmen und so das geltende Recht schwächen.

Der Gemeinderat schlug deshalb vor, Thomas Binggeli den Bau eines Bikeparks zu erlauben, aber nur unter Vorschriften, etwa was Verkehr und Öffnungszeiten betrifft. Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP) betonte gestern: «Wir haben Thömus ein enges Korsett angelegt, und er hat es sich anlegen lassen.»

Am positivsten fielen die Voten der FDP, der SP und der Fraktion CVP/EVP/GLP aus. Christian Roth (SP) argumentierte mit den Arbeitsplätzen, die Thömus geschaffen hat. Es sei ein Einzelfall mit einer Lösung, die passe, sagte Roth. «Wir schaffen in keiner Weise ein Präjudiz.»

Velos statt Traktoren

Es bringe nichts, einen Schuldigen zu suchen, sagte Hanspeter Kohler im Namen der FDP. Man müsse die Situation lösen, und diese Lösung sei gut. Bernhard Zaugg (EVP) argumentierte für die Mittefraktion: «Lehnen wir die Vorlage ab, bleibt erneut eine Rechtsunsicherheit.»

Ein oft genannter Punkt in der Diskussion war der Verlust von Kulturland. Bernhard Zaugg gab zu bedenken, dass Stiftungen wie Pro Natura keine Einsprachen gemacht hätten. Mathias Rickli sagte im Namen der grünen Fraktion, dass der Bikepark zurückgebaut werden müsste, wenn er einmal nicht mehr betrieben würde. Der Verlust an Kulturland sei nicht entscheidend, wenn dort Velos statt Traktoren über das Land fahren.

«Fehlverhalten»

Die SVP sieht dies naturgemäss anders. Für die SVP-Fraktion sei es ein schwieriges Geschäft, sagte Christian Burren. «Der Kulturlandverlust ist kaum zu verantworten.» Auch die Erschliessung sei suboptimal. Demgegenüber wolle man Thömus keine Steine in den Weg legen. Viele SVPler enthielten sich der Stimme. «Wir wollen dem Fehlverhalten nicht zur Legalität verhelfen», hielt Christian Burren fest. Ähnlich ging es der BDP. Auch sie beschloss Stimmfreigabe. Ulrich Witschi zählte Pro- und Kontra-argumente auf. Er betonte etwa, die Durchsetzung sei nicht einfach.

Ob der Bikepark in Oberried gebaut werden kann, hängt nun vom Volk ab. Es entscheidet am 9. Februar 2014. Zudem sind noch Einsprachen hängig.

Berner Zeitung