2017-09-07 15:39

Keine Regierungsräte mehr im BKW- und BLS-Verwaltungsrat

Künftig werden die Berner Regierungsmitglieder durch Drittpersonen in den Verwaltungsräten von BLS und BKW vertreten.

In den Verwaltungsräten der BKW und der BLS nehmen künftig nicht mehr Regierungsmitglieder selber Einsitz.

In den Verwaltungsräten der BKW und der BLS nehmen künftig nicht mehr Regierungsmitglieder selber Einsitz.

(Bild: Keystone)

Ab 2018 nehmen keine Berner Regierungsmitglieder mehr Einsitz in den Verwaltungsräten von BKW und BLS. Der Kanton Bern lässt sich dort künftig durch eine mandatierte Drittperson vertreten, wie der Regierungsrat beschlossen hat.

Im Sinne «einer guten Public Corporate Governance» sollten Mitglieder des Regierungsrats grundsätzlich keine Kantonsvertretungsmandate mehr ausüben, teilte der Kanton Bern am Donnerstag mit. Die Ausnahme bildeten Mandate, welche die Regierungsräte von Amtes wegen wahrnehmen.

Die «Entpolitisierung von Verwaltungsräten» sei ein gesamtschweizerischer Trend, erklärte Regierungsrätin Barbara Egger (SP) auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Mit den anstehenden Wechseln in der Regierung auf Ende der Legislatur - auch Egger tritt zurück - sei der richtige Zeitpunkt gekommen.

Laut Egger will der Regierungsrat die Mandatsträger für die Verwaltungsratssitze des Kantons Bern noch dieses Jahr bestimmen, dies im Hinblick auf die nächsten Generalversammlungen im Frühling 2018. Für das Mandat in Frage kämen Juristen oder Betriebswirtschafter mit entsprechenden Branchenkenntnissen und Führungserfahrung.

Egger hört definitiv auf

Nicht ausgeschlossen sei auch die Berufung von ehemaligen Regierungsmitgliedern oder Politikern. Sie selber stehe aber nicht zur Verfügung, betonte Egger, die im Frühling nach 16 Jahren aus der Berner Regierung ausscheidet. Die SP-Politikerin sitzt sowohl im BKW- wie auch im BLS-Verwaltungsrat.

Bis 2016 verfügte der Kanton Bern noch über eine Doppelvertretung im BKW-Verwaltungsrat. Nachdem die Regierung im Rahmen der neuen Eigentümerstrategie entschieden hatte, nur noch einen Verwaltungsrat zu stellen, zog sich Finanzdirektorin Beatrice Simon aus dem Gremium zurück.

Die FDP hatte die Regierung bereits 2014 mit einer Motion unter dem Titel «Fachvertretung statt Regierungsvertretung» aufgefordert, ihre Mitglieder «geordnet» aus den Verwaltungsräten staatsnaher Betriebe zurückzuziehen. Der Vorstoss wurde damals vom Parlament in der unverbindlichen Form des Postulates überwiesen.

sda